Fallstudie Bahntechnologien

Elektrischer Schmierstoffgeber PROTECTOR® IV für ATC

Unser Team von Ingenieuren in Sheffield hat eine neue, wandmontierte Reibungsmanagementlösung speziell für die Installation in den neuen Tunneln entwickelt.

Einführung

Die Bewältigung von Reibungs- und Schmierungsproblemen bei hohem Verkehrsaufkommen für das unter- und oberirdische Crossrail-Projekt in London ist ein Aspekt der Beteiligung von L.B. Foster Rail Technologies an der Lieferung von Lösungen an ATC, einem Konsortium aus Alstom, TSO and Costain, das den 350-Millionen-Euro-Auftrag für die Ausstattung der Eisenbahnsysteme erhalten hat.

Alle Hände an die Pumpe

Unser Team von Ingenieuren in Sheffield hat eine neue, wandmontierte Reibungsmanagementlösung speziell für die Installation in den neuen Tunneln entwickelt.

Zweiundfünfzig speziell konstruierte PROTECTOR® IV Hochkapazitäts-Elektroschmiergeräte wurden von ATC spezifiziert, um die Reibung und Schmierung der Schienen bei diesem Projekt zu steuern.

Dave Harris, Projektingenieur bei L.B. Foster Rail Technologies (Europa), leitet das Team hinter der Entwicklung der neuen Produkte. Er erklärt: „ATC wählte für das Reibungsmanagement einen Ansatz mit ‚doppeltem Boden‘, bei dem sowohl fahrzeugseitige als auch streckenseitige Lösungen zusammenwirken, um die beste Leistung zu erzielen.

Unsere Hochkapazitätslösung PROTECTOR® IV wurde überarbeitet, um diese anspruchsvollen Spezifikationen zu erfüllen. Während unsere Standardlösung für die Wandmontage ein Fassungsvermögen von 80 Litern hat, sieht diese neue Spezifikation eine Aufnahme von mindestens 230 Litern Schmierstoff oder KELTRACK® vor. Das entspricht einem Anstieg von fast 300 Prozent.

Die Größenänderungen des Behälters waren relativ unkompliziert. Wir haben eine nachgewiesene Erfolgsbilanz für diese Art von Entwicklung. Die eigentliche Herausforderung bestand darin, das System so zu konzipieren, dass es das hohe Verkehrsaufkommen bewältigen kann und gleichzeitig ein minimaler Raumbedarf gewährleistet ist.

Wir haben eine modulare Lösung speziell für Tunnelanwendungen entwickelt. Das modulare Design macht das System zukunftssicher, da es die Möglichkeit bietet, neue Steuereinheiten mit erweiterter Funktionalität nach der Installation nachzurüsten. Das Steuereinheitenmodul kann einfach geöffnet werden, ohne dass der Motor oder die Pumpe abgekoppelt werden müssen.“

Dave Harris fährt fort: „Unsere neue, am PROTECTOR® IV angebrachte Steuereinheit ist entsprechend den Leistungsanforderungen des Projekts vorkonfiguriert. Sie ist auch mit RPM-Funktionen [Remote Performance Monitoring] ausgestattet, die es ermöglichen, die Reibungsmanagementausrüstung von einem zentralen Standort aus zu überwachen. Dadurch erhalten Netzmanager wichtige Betriebsdaten und eine Vorwarnung vor Situationen, die die optimale Leistung der Reibungsmanagementausrüstung beeinträchtigen können. Sie ist effizienter, kontrollierbarer und konfigurierbarer – allesamt Schlüsselanforderungen des Systems.

Eine weitere operationelle Überlegung zum neuen System war die Fähigkeit zum Nachfüllen in weniger als 15 Minuten. Unsere maßgeschneiderte Lösung bestand aus einem Schlauch mit hoher Kapazität und einem am Behälter montierten System, das das Produkt mit einer Rate von 25 Litern pro Minute fördert.“

Die oben beschriebene Technologie ist auf jedes Transitsystem anpassbar.

„Der Endvorteil der erhöhten Tankkapazität, der Fernüberwachung der Leistung und der schnellen Befüllbarkeit besteht darin, dass der Wartungszyklus deutlich auf vier Wochen erhöht wird und nur minimale Zeit am Gerät benötigt wird. Dies ist von entscheidender Bedeutung in der heutigen Betriebsumgebung, in der das Bestreben immer stärker wird, Transitsysteme rund um die Uhr zu nutzen, sodass die zur Durchführung von Routinewartungen benötigte Zeit minimiert wird.“

Dave Harris, Projektingenieur, L.B. Foster